Hitzeverträglichkeit ;-)

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    • ADRENALIIIIIIN!!!! :D Ich habe die erfahrung gemacht, das ich wesentlich Hitze/Schmerz-unempfindlicher bin(bei z.B. [lexicon]körperfeuer[/lexicon] oder Fakirnummern) in Show situationen, oder Situationen vollster Konzentration :) Als Bio laie schieb ich das aufs Adrenalin ????
      Es glühen Funken auf dieser Erde.
      Wind, blas hinein. Das Feuer werde.
      In meinem Auge liegt ein Glanz ,
      zum Himmel steigt der Funkentanz
    • Naja, bei Staff, [lexicon]Poi[/lexicon] und [lexicon]Fächer[/lexicon] hast Du keinen direkten Feuerkontakt und selbst wenn Du wraps spielst, ist das so extrem kurz, dass Du es nicht vergleichen kannst. Beim [lexicon]Körperfeuer[/lexicon] hast Du die [lexicon]Flammen[/lexicon] auch nur Sekunden auf der Haut oder führst Deine Hand immer wieder durch die Flamme. Sieht spektakulär aus, aber wirklich lange einen Hitzekontakt hast Du auch da nicht. Beim Crepes liegt dieser ggf. mehrere Minuten warm/heiß in der Hand und je nach Handhaltung kann sich die Wärme sogar in den Handflächen stauen. Macht daher durchaus Sinn, dass man so empfindet. Witzig ist es trotzdem irgendwie, genauso wie das Feuerspieler sich häufig nicht an ihren Requisiten verbrennen, sondern an anderen Gegenständen des Alltags. :)
      Pyrometheus Feuerperformance - Die Feuershow für Ihr Event!
      pyrometheus.de

      Fire is more than heat and flames. Fire is responsibility. Fire is evolution. Fire is passion. (Pyrometheus)
    • Oh ja... bei einer Show bei nem kleinen Festival war Backstage-Zugang inkl. Versorgung etc. halt inklusive...
      Was haben die alle blöde geguckt als wir alle, die vorher mit [lexicon]Feuerspucken[/lexicon], Schlucken, [lexicon]Körperfeuer[/lexicon], Wraps mit [lexicon]Poi[/lexicon] etc. problemlos rumgespielt haben und höchstens etwas verrußt aussahen nach der Show alle was essen wollten, und uns nahezu zeitgleich mit 5 Personen die Zunge am Gulasch verbrannt haben -.-


      Aus physikalischer, nicht biologischer Sicht ists aber genau das, was Pyrometheus schreibt:
      Wir empfinden Temperaturen weniger als tatsächlich Temperatur, sondern als Menge an übertragener Energie (wobei die logischerweise mehr wird wenn der Temperaturuntersched höher ist). Deswegen fühlen sich gute Wärmeleiter (Metalle) oft sehr viel wärmer/kälter an als schlechte Wärmeleiter wie zB. Holz. Die Wärmekapazität spielt auch noch eine Rolle, denn was wenig Energie in Form von Wärme speichern kann, hat diese natürlich sehr viel schneller mit dem Körper ausgeglichen.

      Nun ist bei fast allen Spielzeugen Luft, oder zumindest irgendwelche Gase das Übertragungsmedium, und da sind sowohl Kapazität, als auch Leitfähigkeit seeehr niedrig. Dazu kommt, das wir fast immer zusätzliche "Tricks" benutzen: Ausatmen = Abtransportieren der Wärme beim [lexicon]Feuerschlucken[/lexicon], Verdunstung des Fakir/Wundbenzins beim [lexicon]Körperfeuer[/lexicon], und beim Spucken bekommt man sowieso nur die Strahlung mit, wenn man alles richtig macht. Selbst da, wo man direkt das [lexicon]Kevlar[/lexicon] berührt: [lexicon]Kevlar[/lexicon] hat eine relativ geringe Wärmeleitfähigkeit, deswegen geht das, während man sich an einem Stück Alu direkt daneben wunderbar verbrennen kann. Adrenalin spielt da zwar auch ne Rolle, macht aber ja nicht unverwundbar. Also was Brandblasen erzeugt, tut es dann immernoch ;)

      Gulasch, Crepe und Nahrung allgemein hat da im Vergleich eine etwas höhere, zudem ist der Kontakt da eben wesentlich länger, sodass sehr viel mehr Energie übertragen wird. Und dann gibt die Haut in Form von Schmerzen das Alarmsignal "Hey, das ist mehr als ich weiterleiten kann, das staut sich und macht mich kaputt, rette mich!"
      "Spiel mit dem Feuer. Tu es.
      Denn man kann einem Kind hundertmal sagen, die Herdplatte sei heiß, die Bedeutung wird ihm erst in dem Moment, in dem es trotzdem drauffässt klar.
      So lernt doch jeder für sich selbst, in dem großen Spiel das Leben heißt. Und das Feuer ist einer der anspruchsvollsten, dennoch lohnendsten Mitspieler."
    • Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der Körper Temperatur über die sogenannten Thermorezeptoren unterschiedlich wahr nimmt. Diese Rezeptoren teilen sich in zwei Bereiche, die Kälterezeptoren und die Wärmerezeptoren. In einem cm² Haut beispielsweise finden sich 13 Kältepunkte und 2 Wärmepunkte. Kälte nimmt der Körper daher viel intensiver wahr, aber um Kälte geht es hier nicht. Die Biologie geht hier mit der Physik eher Hand in Hand. Physikalisch kommt es bei einem Crepes, der länger in der Hand liegt, zu einer vermehrten Wärmemenge. Unsere Hand ist kühler als der Crepes und Wärme fließt immer entsprechend einem Gefälle von Warm nach kalt. Daher gibt der Crepes seine Wärmeenergie an unsere Haut ab.

      Die in der Haut befindlichen Thermorezeptoren reagieren nun biologisch auf diesen Reiz und versuchen ihn abzuleiten. Dazu nutzt der Körper unterschiedliche Methoden, z. B. in dem er die Gefäße weit stellt, um an dieser Stelle eine höhere Blutmenge bereit zu stellen, über welche die Wärme abtransportiert werden kann. Daher kommt es bei Verbrennungen 1. Grades oder allgemein bei langem Wärmekontakt zunächst zu einer Hautrötung. Kann der Körper der Wärmemenge nicht durch seine Methoden gegensteuern, setzen ab einem bestimmten Punkt die Schmerzrezeptoren ein, die nun den Reiz auslösen, dass hier ein Zustand herrscht, der beendet werden muss, weil er schädlich wirkt.

      All diese Systeme im Körper sind nicht starr, sondern flexibel. Adrenalin wirkt sich z. B. auf die Schmerzrezeptoren aus, sodass diese nicht den wahren Reiz weiterleiten. Dieser Mechanismus ist evolutiv sehr sinnvoll. Das erklärt aber auch, was Runsler schon schrieb, nämlich das Adrenalin den Körper nicht unverwundbar macht. Brandblasen würden trotzdem entstehen, man merkt sie nur erst, wenn der Reizwert hoch genug ist bzw. die Menge an Adrenalin im Körper abnimmt.

      Das wir bei unserem Feuerspiel die Hitze nicht spüren, liegt eben daran, weil aus physikalischer Sicht zu wenig Wärmeenergie auf den Körper wirkt und dieser eben biologisch auch nicht so krass darauf reagiert. Führen wir z. B. bei einer Show unsere Hand durch eine Flamme, wissen wir alle, dass wir dies nicht in einer beliebigen Geschwindigkeit tun können. Je langsamer wir dies tun, desto mehr Wärmeenergie kann physikalisch auf den Körper wirken und desto stärker reagiert dieser biologisch.
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    • Hallo ich finde hier ein paar infos aber noch lange nicht das was ich finden möcht ich mache seit ca. 6 monaten mit Fakir Benzin und mit Kavler band [lexicon]fackel[/lexicon] [lexicon]Körperfeuer[/lexicon] aber irgendwie ist das ganz schön heis und ich habe schon alles ausprobiert aber komm auf keinen grünen zweig . ? Könnt ihr mir helfen oder tipps geben ? Oder einfach nur ab härten :-p
    • [lexicon]Kevlar[/lexicon] ist nicht unbedingt optimal, aber halt die langlebigere variante. ist nur im vergleich nicht so saug- und vor allem "quetschfähig", sodass man entweder mehr aufdrücken muss, oder halt insgesamt weniger flüsigkeit auf die haut bekommt.
      an sich ändert das dochtmaterial die flammentemperatur nicht, aber der docht selbst wird ja auch warm. und rein subjektiv überträgt sich die temperatur von [lexicon]kevlar[/lexicon] aus deutlich stärker. und ist dann schon wärme in die haut gegangen, dauerts natürlich nichtmehr ganz so lange bis man findet, es sei zu viel.
      Allerdings mag die Empfindung nur an mir liegen und eben hauptsächlich daran, dass man mit den fackeln mehr drücken muss, um eine verlässliche Flammenspur auf den Arm zu bekommen.

      [lexicon]Fakirbenzin[/lexicon] ist an sich auch schon echt gut, also... auch da unterscheiden sich die geschmäcker, aber ist jedenfalls nicht verkehrt ;)

      Ein großer Teil wird wirklich Abhärtung, zusammen mit der besseren einschätzung, wie viel man abkann sein. meiner Erfahrung nach ist vieles, was feuer angeht und als "Schmerz" wahrgenommen wird eigentlich eher im bereich "unangenehm", "warnung" oder "schreck" angesiedelt. nur kommt der schmerz in der regel recht schnell danach, sodass es eine ganze weile bzw. entsprechend viele Versuche braucht festzustellen, wo genau jetzt der übergang ist, und nicht das erste signal gleich als schmerz zu behandeln. klappt bei mir auch bei weitem noch nicht immer, aber zumindest im nachhinein erkenn ich inzwischen meistens "hm, eigentlich war das garnicht schlimm, nur irgendwie... doof...", ich denke das ist ausbaufähig^^

      Ansonsten kommts halt noch auf sachen wie bewegung, haltung, äußere einflüsse, veranlagung etc. an. ohne da mehr über dich zu wissen, fällt das aber schwer irgendwas sinnvolles dazu zu sagen ohne ganze bücher zu schreiben ;)
      "Spiel mit dem Feuer. Tu es.
      Denn man kann einem Kind hundertmal sagen, die Herdplatte sei heiß, die Bedeutung wird ihm erst in dem Moment, in dem es trotzdem drauffässt klar.
      So lernt doch jeder für sich selbst, in dem großen Spiel das Leben heißt. Und das Feuer ist einer der anspruchsvollsten, dennoch lohnendsten Mitspieler."