noch ein geeigneter "brandstoffträger": Seramis, Katzenstreu etc.
saugt das zeug auf, und gibt es beim verbrennen frei. kann nicht ganz so viel aufnehmen wie jellyfix und co, ist aber bis auf die obersten tonkügelchen, die danach meist gebrannt und nichtmehr saugfähig sind wiederverwendbar, sehr günstig, und sie passen sich der flammschalenform an. außerdem fühlt sich das nach dem tränken fast trocken an, also selbst verstreut brennen nur die kügelchen, und können die flüssigkeit nichtmehr abgeben.
bei der klopapiervariante hatte ich einmal die unangenehme erfahrung, das das fluid fast leer war, das oberste papier trocken verbrannte und papierasche anfing durch die gegend zu fliegen... sollte man vermeiden
aber...
ja, rußen wird es immer...
bisschen theorie dazu (vereinfacht, weil ich kp hab wie dein chemisches vorwissen ist)
im prinzip wird bei jeder solcher verbrennung kohlenwasserstoff, also verschiedenlange kohlenstoffmoleküle mit wasserstoffatomen dran zu Kohlendioxid, geringen mengen Kohlenmonoxid (bei zu wenig sauerstoff), kohlenstoff (ruß) bei noch weniger sauerstoff und in allen fällen wasser. das ganze passiert, weil der brennstoff mit dem luftsauerstoff reagiert.
das problem, das du nun hast ist, das du eine möglichst saubere verbrennung willst, mit möglichst wenig ruß.
aber je größer die flamme, desto mehr verbrennung findet gleichzeitig statt, und desto weniger sauerstoff aus der luft ist (im verhältnis) vorhanden.
das heißt: je größer die flamme, desto mehr ruß.
bis es ab einer gewissen flammengröße wieder so viel luft ansaugt etc., das der ruß erst weit oben sichtbar wird, gute lagerfeuer zB.
deswegen ist es für flammschalen auch wesentlich weniger entscheidend, welchen brennstoff du nimmst, als vielmehr wie die flammschale geformt ist.
hast du zB. statt der typischen "schüssel" etwas länglicheres, also mehr eine "flammrinne", geht das ganze wesentlich rußfreier, weil du mehr "rand" an deiner flamme hast, bei gleichem volumen. also kann mehr sauerstoff nachströmen. deswegen darf der docht bei diesen gartenfackeln oder öllampen auch nicht zu lang sein, sonst passiert genau das gleiche: zu viel flamme, zu wenig sauerstoff -> ruß.
blöderweise sind wirklich gute, rußfreie flammschalen deswegen enorm schwer zu bauen, weil du versuchen musst der flamme möglichst viel sauerstoff zuzuführen.
soviel zur theorie.
nun zur praxis, was für formen/möglichkeiten gibt es, eine möglichst rußfreie verbrennung hinzubekommen?
1. raviolidose (und ähnlich geformtes): kann man schonmal verbessern, indem man unterhalb des randes, aber (knapp) über dem späteren füllstand (damit nichts rausläuft) viele viele löcher an den rand bohrt. stimmt die entfernung zur öffnung etc., entsteht die flamme erst oben, und durch die löcher kann sich der sauerstoff mit den brennbaren gasen vorher vermischen.
meine lieblingsvariante ist momentan raviolidose mit seramis, die allerdings quasi keinen boden mehr hat, sondern eigentlich nurnoch ein lochgitter. die steht dann auf kleinen "füßchen", um den boden nicht direkt zu berühren.
seramis saugt die flüssigkeit komplett auf, und weil warme luft aufsteigt, wird durch den boden die ganze zeit sauerstoff angesaugt. so brennt die flamme etwas höher und deutlich rußfreier als wenn es diese lüftungslöcher nicht gäbe.
allerdings nicht so lange wie bei manch anderen möglichkeiten, und mit nem normalen feuerzeug braucht man an kalten wintertagen manchmal einen moment zum anzünden. aber ansonsten bin ich damit sehr zufrieden.
2. Flammenrinne: schonmal von der grundposition her besser, je schmaler, desto rußfreier.
allerdings wird die flamme dann auch kleiner, und weniger hell... und man findet nicht so leicht passende materialien, mit denen man eine rinne bauen kann die schmal und tief genug ist. falls man allerdings quasi einen "ring of fire" hinbekommt, brennt das echt toll, durch die mitte und an den rändern kann luft nachströmen, sieht aber von der flamme etc. fast wie eine ganz normale schale aus.
3. irgendwas anderes: kann grundsätzlich durch mehr luftzufuhr verbessert werden. optimalerweise eine reihe röhrchen, die von irgendwoher (unter/neben der flamme) luft ansaugen, und ca. auf füllhöhe ihre öffnungen haben, sodass direkt sauerstoff zur flamme hinzugegeben wird. aber... dutzende miniröhrchen pro schale so genau dranbauen... ist echt ne doofe fummelarbeit.
Soviel jedenfalls von mir dazu...
Denk nur bei allem dran, sicherheitshalber einen Feuer (und Hitzefesten) Untergrund zu haben, speziell Holzbühnen können nette schwarze abdrücke bekommen, wenn eine heiße flammschale draufsteht. Ne Simple Schieferplatte reicht da meist schon.
Und zum Löschen ist ersticken meist wirklich die beste Wahl, wird nur halt komplizierter, je mehr Luftlöcher du gemacht hast.
€dith meint grade, man könnte halt auch gleich ne sauerstoffbuddel mit der schüssel verbinden, oder direkt nen propanbrenner nehmen. aber ich glaube das ist weder gewollt noch sinnvoll in diesem fall, und sollte nur der vollständigkeit halber erwähnt werden

also bitte bastel nicht mit irgendwelchen unter druck stehenden gasen und flammschalen rum, wenn du da nicht entsprechende qualifikationen hast.